Berufliche Neuorientierung

Sinnkrise im Job – soll dieser Trott bis zur Rente so weitergehen?

Alex fühlt sich im Job ausgelaugt und erschöpft. Viel zu viel Arbeit, viel zu wenig Personal. Die Anforderungen und die Überstunden steigen. Für Familie und Hobbies bleibt wenig Zeit. Und es wird nicht besser. Sein Vorgesetzter wird demnächst in Rente gehen und hat Alex für seine Nachfolge vorgeschlagen. Doch will er das überhaupt und traut er sich noch mehr Verantwortung zu? Er ist doch jetzt schon überfordert mit den vielen Aufgaben.
Schon lange denkt er darüber nach, etwas zu ändern. Aber ihn plagen eine Menge Fragen: „Was ist, wenn ich einen Fehler mache und den Jobwechsel sofort bereue? Wie formuliere ich eine berufliche Neuorientierung im Lebenslauf? Was ist, wenn ich gar keinen Job finde? Macht es Sinn, sich mit 40 nochmal beruflich neu zu orientieren? Und wie schaffe ich eine berufliche Neuorientierung?
Und so zögert Alex weiter. Bleibt in einem Job, der ihn nicht ausfüllt und gleichzeitig überfordert. Und träumt von einem anderen Leben.

Eine berufliche Neuorientierung ist schwer. Zu viele Entscheidungen sind zu treffen, zu viele Ungewissheiten rauben uns die Kraft und machen uns Angst. Vor allem haben wir Angst, den Schritt in die berufliche Veränderung schnell wieder zu bereuen. Was ist, wenn wir im neuen Job schnell wieder genauso unglücklich sind? Und was, wenn wir trotz aller Bemühungen überhaupt keinen neuen Job finden?

Diese Ängste sind besonders stark, wenn Sie unter Selbstzweifeln leiden und den Wert Ihrer Leistung nicht gut einschätzen können. Denn durch eine berufliche Neuorientierung verstärken sich die Selbstzweifel. Die Versagensängste werden größer und die Überzeugung, nicht gut genug zu sein, ist vor allem bei einer Veränderung des Arbeitsumfelds besonders hoch.

Doch seien Sie beruhigt: Mit dem richtigen Vorgehen können Sie diese Belastungsprobe meistern, selbst wenn Sie unter dem Impostor-Syndrom leiden.

Was bedeutet berufliche Neuorientierung und warum fällt sie so schwer?

Eine berufliche Neuorientierung ist eine deutliche Veränderung der bisherigen beruflichen Tätigkeit. Typische Beispiele für eine berufliche Neuorientierung sind  der Sachbearbeiter, der kündigt, um sich selbstständig zu machen. Oder die Marketing-Fachfrau, die die Branche wechselt. Auch der Angestellte, der den Arbeitgeber wechselt, um eine Führungsstelle anzunehmen, orientiert sich beruflich neu.

Sie alle haben eines gemeinsam: Sie müssen sich in einem fremden Umfeld neu bewähren. In einem Umfeld, das sie noch nicht kennen, in dem sie nicht so gut auf ihre Erfahrung zurückgreifen können und in dem sie ihre Umgebung davon überzeugen müssen, dass sie für diesen Job gut genug sind.

Doch wie soll ich andere von dem Wert meiner Arbeit überzeugen, wenn ich selbst nicht davon überzeugt bin?

Neuer Job, neues Glück?

Was tun Sie, wenn Sie in Ihrem Job völlig überfordert sind? Wenn Sie jeden Morgen mit dem Gedanken zur Arbeit gehen, die Anforderungen nicht bewältigen zu können?
Entweder Sie harren aus und hoffen auf bessere Zeiten. Oder Sie kündigen und bewerben sich auf einen Job, der weniger anspruchsvoll ist.
Was aber wie ein guter Ausweg klingt, kann sehr schnell zur Falle werden. Besonders wenn Sie unter dem Impostor-Syndrom leiden.

Angestellte, die die Firma wechseln, verbuchen die Kündigung oft als Versagen, obwohl doch sie selbst es waren, die gekündigt haben. Für sie ist der Jobwechsel ein Beweis ihrer eigenen Unfähigkeit. “Ich war nicht gut genug, der Job hat mich überfordert.” Dadurch verfestigt sich das Impostor-Syndrom, vor allem wenn es nicht der erste berufliche Wechsel war, der aus diesen Gründen erfolgt ist.

Im neuen Job haben die Wechsler mit einem erhöhten Grad an Verunsicherung zu kämpfen. Auch wenn sie inhaltlich wissen, was sie tun, so sind sie trotzdem mit veränderten Umgebungsfaktoren (Organisation, Abläufe, Kollegen und Vorgesetzte) konfrontiert. Die Wahrscheinlichkeit, aus Unwissenheit einen Fehler zu machen, ist recht groß. Die Angst davor, aufgrund eines Fehlers gleich zu Beginn als unfähig entlarvt zu werden, ist um ein Vielfaches größer und äußerst belastend.

Nicht selten kündigt ein Betroffener schon in der Probezeit, weil er den psychischen Druck nicht aushält. Wieder verstärkt sich die Überzeugung, dass er halt nicht fähig ist, einen guten Job zu machen. Und die nächste berufliche Neuorientierung steht an und wird zur erneuten Belastungsprobe.

Menschen mit Impostor-Syndrom verbuchen einen Jobwechsel oft als Versagen und sehen sich in ihrem Unvermögen bestätigt.

Beförderung wird zur Überforderung

Neue Führungskräfte stehen vor anderen Herausforderungen. In die neue, ungewohnte Rolle hineinzuwachsen und herauszufinden, welche Art von Führungspersönlichkeit sie sind, ist schon für Menschen mit einem gesunden Selbstvertrauen nicht einfach.

Bei Menschen mit Impostor-Syndrom verstärkt sich in dieser Situation das Gefühl, ein Hochstapler zu sein. Schließlich müssen die neuen Führungskräfte von Beginn an nach außen eine Sicherheit ausstrahlen, die sie noch gar nicht in sich fühlen. Die Mitarbeiter erwarten eine Führungskraft, die klar kommuniziert, den Überblick hat und überlegte Entscheidungen trifft. All dies ist bei den neuen Führungskräften aber noch gar nicht vorhanden. So verstärken sich das Gefühl, ein Hochstapler zu sein, und die Angst, dass die Fassade bald auffliegen könnte.

Zudem gehen die Betroffenen oft von der überzogenen Erwartung aus, dass sie als Führungskraft nun alles wissen und stets die beste Entscheidung finden müssten. In diesem Idealbild können sie sich aber nicht wiederfinden und haben das Gefühl, diese Position nicht verdient zu haben. Sie neigen dann dazu, sich deutlich zu überfordern und eventuell dadurch krank zu werden.

Wenn Impostor-Betroffene, eine neue Rolle ausfüllen müssen, in die sie noch gar nicht hineingewachsen sind, verstärkt sich das Gefühl, ein Hochstapler zu sein und alle zu täuschen.

Selbständigkeit als Impostor-Falle

Auch frisch gebackene Selbstständige oder die, die von einer Selbstständigkeit noch träumen, werden durch das Impostor-Syndrom in ihrem beruflichen Erfolg behindert.

Um verkaufen zu können, müssen sie potentielle Kunden von ihrer Leistung und von der Besonderheit ihres Angebots überzeugen. Und das, obwohl sie doch selbst nicht im geringsten von ihren Fähigkeiten überzeugt sind. Die Gedanken “Ich habe doch nichts zu bieten” und „Wer sollte bei mir schon kaufen wollen?” hält viele von einer Selbständigkeit ab.

Zudem begehen die Neu-Selbständigen den typischen Fehler, ihre Leistung zu günstig anzubieten, was nicht nur das Einkommen schmälert, sondern vor allem das Impostor-Syndrom weiter verstärken kann.

Nach nur einem Jahr sind bereits 14% aller Selbständigkeiten gescheitert. Es gibt noch keine Zahlen dazu, wie viele davon unter dem Impostor-Syndrom leiden, aber ich vermute, dass die Selbstzweifel und die damit verbundenen falschen betriebswirtschaftlichen Entscheidungen einen hohen Anteil daran haben.

Selbständige mit Impostor-Syndrom stehen vor der Zwickmühle, ihre Leistung anpreisen zu müssen, obwohl sie selbst nicht davon überzeugt sind.

Wie schaffe ich eine berufliche Neuorientierung? – Mit der richtigen Unterstützung geht’s

Alle drei Beispiele der beruflichen Neuorientierung bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Doch sie alle haben etwas gemeinsam: Das Impostor-Syndrom steht dabei im Weg und verstärkt sich durch die berufliche Veränderung oft noch mehr.

Dieser Teufelskreis kann durch ein regelmäßiges berufsbegleitendes Coaching durchbrochen werden. Wichtig ist dabei vor allem dass Sie dabei die Möglichkeit haben, regelmäßig und engmaschig konkrete Situationen aus dem Berufsalltag zu besprechen, sie einzuordnen und einen Umgang damit zu finden. Ein gutes Coaching hilft Ihnen, einen neuen Standpunkt zu entwickeln, die eigenen Entscheidungen und Handlungen würdigen zu können und überzogene Vorstellungen zu reduzieren.

Wie hoch sind die Kosten für ein Coaching für berufliche Neuorientierung?
Je nach Anbieter und Umfang können die Kosten erheblich variieren. Bei beruflichen Themen sind die Beratungskosten meist höher als wenn Sie sich für ein privates Thema Unterstützung holen. Dafür aber können Sie die Kosten für ein berufliches Coaching in der Regel von der Steuer absetzen.

Ich bin der Überzeugung: Ein gutes Coaching sollte bezahlbar sein, auch für diejenigen, die keinen hochdotierten Job haben. Denn eine berufliche Neuorientierung sollten sich alle leisten können, die unglücklich in ihrem Job sind.

In meinem Job-Coaching begleite und coache ich Sie für 3 Monate. So werden Sie gerade in der schwierigen Phase des Neubeginns engmaschig nicht allein gelassen. Näheres zu meinem Jobcoaching finden Sie hier:

>> Impostor-Jobcoaching – Selbstzweifel und Selbstbild in nur 3 Monaten deutlich verbessern.