Wie Kinder lernen, an sich zu zweifeln
– und wie Sie den Kreislauf durchbrechen
Sie möchten es anders machen
Sie wollen, dass Ihr Kind sich etwas zutraut. Dass es an sich glaubt. Am besten sogar mehr, als Sie es selbst tun.
Doch dann passiert es trotz bester Vorsätze immer wieder: Ihnen rutscht ein Satz heraus, den Sie schon beim Aussprechen unfair und übertrieben finden.
Sie reagieren genervt auf einen Fehler und merken kurz danach: Das wollte ich eigentlich nicht so sagen.
Und irgendwann erkennen Sie im Verhalten des Kindes Ihre eigenen Ängste und Unsicherheiten wieder. Dabei wollten Sie doch genau das vermeiden.
Sie sollten sich dafür nicht zu sehr verurteilen, denn das ist sehr menschlich und passiert vielen Eltern. Denn ohne es zu wissen und zu wollen, geben wir viele unserer eigenen inneren Kämpfe an unsere Kinder weiter.
Kinder lernen nicht nur aus dem, was Sie sagen
Sie lernen noch viel mehr aus dem, was Sie tun. Wie Sie mit sich selbst umgehen.
- Wie reagieren Sie, wenn Ihnen ein Fehler passiert?
- Wie sprechen Sie über sich, wenn etwas nicht gelingt?
- Können Sie stehen lassen, was gut läuft, oder relativieren Sie es schnell?
- Wie oft machen Sie sich selbst klein? „War ja nichts Besonderes“ oder „Wie kann man nur so blöd sein?“
Kinder nehmen all das auf. Oft ganz nebenbei und ohne sich dessen bewusst zu sein.
So entwickeln sie ein Gefühl dafür, wie man mit sich umgehen sollte. Und Sie leben es ihnen vor.
Gut gemeint reicht nicht immer
Viele Eltern wollen genau das vermeiden, was sie selbst erlebt haben.
Vielleicht haben auch Sie als Kind die Erfahrung gemacht, dass Ihre Leistung zwar gut, aber in den Augen Ihrer Eltern nie gut genug gewesen war. Das möchten Sie bei Ihrem Kind besser machen und es stärken. Ihm zeigen, dass es gut ist, so wie es ist.
Also wird viel gelobt – manchmal auch dann, wenn etwas eher durchschnittlich war.
Das ist gut gemeint. Und gleichzeitig können genau dadurch – durch unreflektiertes und übertriebenes Lob – Selbstzweifel entstehen:
Wenn das, was ein Kind spürt, nicht zu dem passt, was es hört, wird es unsicher.
„Stimmt das wirklich oder sagen die das nur so?“
Kinder brauchen nicht nur Bestätigung. Sie brauchen einen verlässlichen Maßstab, mit dem sie einordnen können, wie gut ihre Leistung wirklich war.
Was ist wirklich gelungen? Wo liegen Stärken? Was darf sich noch entwickeln?
Wenn alles immer „super“ ist, wird es schwer, sich selbst realistisch einzuschätzen.
Fehler dürfen sein – wenn Eltern das vorleben
Fehler gehören zum Lernen dazu, doch wir haben oft gelernt, uns dafür zu schämen.
Wenn Fehler schnell mit Druck verbunden sind, oder als etwas gesehen werden, das vermieden werden muss, kann sich leicht ein innerer Anspruch entwickeln:
„Das darf nicht passieren. Ich muss mich mehr anstrengen.“
Genau hier können Sie als Elternteil viel dazu beitragen, dass Ihr Kind ein gesundes Selbstvertrauen entwickelt. Indem Sie gelassen mit Fehlern umgehen:
„Das hat noch nicht so richtig geklappt. Versuchen wir es nochmal.“
Dadurch kann Ihr Kind lernen: Fehler sind kein Grund zur Panik und kein Grund, sich zu schämen. Sie gehören einfach dazu.
Und wenn einmal nötig wird, dann formulieren Sie diese so, dass sie sich auf das Verhalten bezieht und nicht auf die Person:
Nicht: „Du bist unkonzentriert.“
Sondern: „Hier hast du dich gerade nicht gut konzentriert.“
Ein kleiner Unterschied mit einer großen Wirkung.
Auch Sie müssen nicht perfekt sein
So sehr Sie sich auch anstrengen, auch Sie werden immer wieder in alte Muster rutschen.
Denn die meisten Eltern geben weiter, was sie selbst gelernt haben. Nicht absichtlich, sondern weil es über so viele Jahre eingeübt wurde. Das lässt sich nicht vollständig vermeiden. Und das müssen Sie sich auch nicht vorwerfen.
Doch wenn immer es passiert, denken Sie daran: Sie können ihre selbstabwertenden Muster verändern.
Oft ist das kein einziger großer Schritt, sondern es sind viele kleine Momente, in denen Sie innehalten und sich fragen: Wie erlebe ich das gerade selbst? Was lebe ich meinen Kindern gerade vor?
Wer beginnt, die eigenen Maßstäbe zu hinterfragen – den Umgang mit Fehlern, die innere Stimme, den Blick auf sich selbst – verändert damit auch das, was das Kind täglich wahrnimmt.
Sie sind nicht perfekt, aber menschlich. Und Sie geben sich immer wieder einen kleinen Vertrauensvorschuss, dass Sie es besser machen können.
Und das ist genau das Vorbild, das Ihre Kinder brauchen.
Und das Wichtigste zum Schluss: Richtig zuhören
Das Wichtigste, um bei Ihrem Kind Selbstzweifel und falsche Glaubenssätze frühzeitig zu erkennen, ist, im Gespräch zu bleiben.
Nicht Ihre Antworten sind wichtig, sondern vor allem Ihre Fragen.
Was beschäftigt Ihr Kind? Was macht ihm Angst? Was fragt es sich über sich selbst?
Ein Kind, das merkt, dass seine Fragen und Unsicherheiten ernst genommen werden, lernt etwas, das kein Lob ersetzen kann: dass es mit dem, was es bewegt, nicht allein ist.
Wer das gibt, gibt etwas weiter, das bleibt.
Wenn Sie sich fragen, wie Sie mit Ihren eigenen Selbstzweifeln umgehen können – für sich selbst und für Ihr Kind:
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