Was ist das Impostor-Syndrom?
„Impostor-Syndrom“ – Vielleicht haben Sie dieses Wort gerade zum ersten Mal gelesen. Oder es begleitet Sie schon länger: als vages Gefühl, das sich nie ganz einordnen ließ.
Ein Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Dass die Rückmeldungen von anderen nicht zu dem passen, was Sie fühlen.
Was es aber wirklich bedeutet – und was es über Sie nicht sagt – das schauen wir uns hier an.
Ein Gefühl, das schwer zu greifen ist
Der Begriff „Impostor-Syndrom“ wirkt im ersten Moment belastender, als das, worum es eigentlich geht.
„Syndrom“ klingt schnell nach etwas Medizinischem, nach einer Diagnose. So ist er hier jedoch nicht gedacht.
Es geht nicht um eine Krankheit. Und auch nicht um eine Charakterschwäche, für die man sich schämen sollte.
Vielmehr beschreibt der Begriff ein psychologisches Muster: Was andere sehen und was Sie selbst fühlen, das passt oft nicht zusammen. Genau das ist der Kern dieses Phänomens.
Oder noch einmal anders auf den Punkt gebracht: Es geht weniger darum, was Sie können, sondern darum, wie sicher sich das für Sie anfühlt.
Wie es sich im Alltag zeigt
Was Ihnen gelingt, haken Sie schnell ab. Was nicht ganz rund war, lässt Sie nicht los – auch dann noch, wenn es längst Vergangenheit ist.
Ein positives Feedback führt im ersten Moment zu einer Erleichterung und wird innerlich fast gleichzeitig wieder relativiert:
„So gut war das eigentlich nicht.“
„Das war eher Glück.“
„Beim nächsten Mal fällt es bestimmt auf.“
Und selbst wenn objektiv vieles gut läuft, stellt sich dieses Gefühl von Selbstvertrauen und innerer Sicherheit nicht wirklich ein.
Vielleicht kennen Sie das aus eigener Erfahrung. Eine Frau, die ich begleite, beschrieb es so:
„Ich jongliere gerade mit ziemlich viel: Job, Kinder, Organisatorisches, alles irgendwie gleichzeitig. Ich bekomme durchaus auch Feedback, dass ich das gut hinbekomme. Aber innerlich? Da bin ich sofort bei dem, was nicht geklappt hat. Was gut lief, hake ich ab – weiter. Was nicht rund war, geht mir noch tagelang durch den Kopf und lässt mich abends nicht einschlafen.
Und dann frage ich mich: Warum bin ich eigentlich so streng mit mir? Anderen gegenüber würde ich niemals so kritisch sein.“
Andere erleben es etwas anders. Manche fragen sich: „Bin ich wirklich gut genug? Werde ich überschätzt?“ Oder auch: „Jetzt bin ich schon so lange im Job. Warum fühle ich mich immer noch so unsicher?“
So unterschiedlich diese Fragen sind, das Grundgefühl dahinter ist oft sehr ähnlich.
Warum Erfolge nicht helfen
„Selbstzweifel hat doch jeder“ – dieser Gedanke kommt oft als erstes. Und er stimmt sogar, zumindest bis zu einem Punkt.
Denn normale Selbstzweifel verändern sich. Mit zunehmender Erfahrung, mit Erfolgen, mit positivem Feedback werden sie leiser. Sie lernen also aus Ihren Erfolgen.
Beim Impostor-Erleben ist das anders. Die Zweifel bleiben – oft unabhängig davon, was Sie erreichen oder wie viel Zuspruch Sie bekommen.
Was gelingt, wird innerlich schnell relativiert: „Das war Glück.“ „Die Konkurrenz war nicht so stark.“ „Die anderen können das ja gar nicht so gut beurteilen.“
Erfolge sind in diesem Fall kein Beweis dafür, dass Sie gut sind. Stattdessen warten Sie nur darauf, dass es beim nächsten Mal nicht so glatt laufen wird.
Dabei sind es oft gerade die Leistungsstarken, die Verlässlichen, die Engagierten, die das kennen. Zwischen 40 und 70 Prozent der Menschen erleben es irgendwann – die meisten schweigen darüber. Nach außen wirken sie souverän. Doch was sich in ihrem Inneren abspielt, darüber reden sie nicht. Es ist ihnen zu peinlich.
Es handelt sich also nicht um gelegentliche, situationsabhängige Phasen des Zweifelns, sondern es um ein Muster, das sich hartnäckig hält, fast unabhängig davon, was von außen kommt.
Vorsicht Schubladen-Denken
In der heutigen Zeit neigen wir dazu, allen möglichen Phänomenen einen Namen zu geben. Und das ist auch richtig so. Denn ein Begriff kann helfen, etwas einzuordnen. Er macht es leichter, gezielt danach zu suchen und zu verstehen, was da eigentlich passiert.
Auch führt er oft zu einer Entlastung: „Ich bin also nicht der Einzige, der sich so fühlt. Es gibt sogar ein Wort dafür.“
Doch gleichzeitig ist es wichtig, dass Sie sich dadurch nicht in eine Schublade gesteckt oder gar „pathologisiert“ fühlen.
Es geht nicht darum, sich blind in eine Kategorie einzuordnen, sondern darum, sich selbst besser zu verstehen und auch anderen vermitteln zu können, was da in Ihnen los ist.
Und genau dafür ist meine Website da.
Wenn mehr darüber wissen möchten, wie es zu diesem Muster kommt und warum sich solche Gefühle so hartnäckig halten, lesen Sie am besten hier weiter:
Sie sind besser, als Ihr Impostor Ihnen weismachen will!
Höchste Zeit, das zu erkennen. Mein kompaktes Workbook zeigt Ihnen die ersten wichtigen Schritte zu mehr Selbstvertrauen.