Erkennen Sie sich wieder?
Der Tag war gut. Und trotzdem…
Am Ende des Tages wird es endlich ruhiger. Die Hektik lässt nach, der Laptop ist nun zugeklappt, die letzten Nachrichten beantwortet. Eigentlich lief vieles gar nicht mal so schlecht.
Ein Gespräch, das stattgefunden hat. Eine Aufgabe, die endlich erledigt ist. Vielleicht gab es sogar ein kurzes Lob: „Gut gemacht.“
Doch später, wenn es stiller wird, meldet sich der Zweifel zurück.
„War das wirklich so gut oder wollte er nur nett sein?“
„Das hätte ich besser machen können. Hoffentlich ist es gut genug.“
„Warum brauche ich immer so lang? Die anderen sind so viel schneller als ich.“
Nach außen läuft es. Aber innen überwiegt die Unsicherheit
Sie zeigt sich oft in ganz konkreten Momenten:
> Sie bereiten sich intensiv auf einen Vortrag vor – und denken trotzdem kurz vorher: „Es reicht noch nicht, ich werde mich bestimmt blamieren.“
> Sie bekommen positives Feedback – und Ihr erster Gedanke ist: „So gut war das eigentlich nicht.“
> Sie vergleichen sich mit anderen – und haben schnell das Gefühl, nicht mithalten zu können.
> Sie gehen Gespräche im Nachhinein noch einmal durch – und bleiben genau an den Stellen hängen, die nicht ganz rund waren.
> Sie wissen eigentlich, dass vieles gut läuft – und trauen diesem Eindruck nicht.
Was andere sehen – und was Sie fühlen.
Das ist ein sehr typisches Muster: Was gelingt, wird schnell abgehakt. Was nicht ganz passt, lässt Sie nicht los.
Es ist nicht so, dass Sie nicht sehen können, was Sie geleistet haben. Aber das beruhigt Sie nicht wirklich. Es kommt einfach nicht im Inneren an.
Dieses Gefühl – dass es nie ganz reicht, obwohl doch gute Rückmeldungen kommen – kennen viele Menschen. Unabhängig davon, ob sie gerade in den Beruf einsteigen, seit Jahren Verantwortung tragen oder Familie plus Beruf gleichzeitig jonglieren.
So unterschiedlich die Lebenssituationen sein mögen, alle haben eines gemeinsam: Die Diskrepanz zwischen dem Außen und dem Innen.
Es ist weniger das, was von außen sichtbar ist. Sondern mehr dieses schwer greifbare Gefühl, dass es innerlich nicht ganz zusammenpasst. Dass die eigene Wahrnehmung nicht mit dem übereinstimmt, was andere sehen. Dass die innere Sicherheit ausbleibt, obwohl es doch eigentlich gar keinen Grund dafür gibt, sich zu ängstigen.
So individuell sich das anfühlt, Sie sind damit nicht allein
Was Sie hier beschrieben finden, nennt sich Impostor-Syndrom.
Es kann sich ganz schön erleichternd anfühlen, endlich ein Wort dafür zu haben und zu wissen: Das ist nicht einfach eine Charakterschwäche, sondern ein Phänomen, das viele andere auch kennen.
Wenn Sie gerade denken “Das klingt nach mir” und verstehen möchten, was dieses “Impostor-Syndrom” ist: