Habe ich das Impostor-Syndrom?
Zweifel ist nicht gleich Zweifel
Vermutlich kennen auch Sie Selbstzweifel.
Die hat fast jeder Mensch, besonders in neuen oder herausfordernden Situationen. Sie dienen dazu, uns richtig einordnen zu können und uns nicht zu überschätzen.
Doch es gibt auch eine andere Art von Zweifel. Eine, die sich hartnäckiger hält und die nicht etwa vor Fehleinschätzung schützt, sondern genau dazu führt.
- Sie leisten etwas und glauben trotzdem, es war Zufall.
- Andere trauen Ihnen viel zu, Sie selbst eher nicht.
- Obwohl Sie längst schon als Profi gelten, fühlen Sie sich immer noch wie ein blutiger Anfänger.
Viele Menschen denken, dass ihre Zweifel berechtigt seien und sie sich einfach nur mehr anstrengen müssten, um sich endlich sicherer zu fühlen. Doch es gibt einen Unterschied zwischen „normalen“ Selbstzweifeln und tiefer verankerten Mustern, wie sie beim Impostor-Syndrom auftreten.
Wie steht es um Ihre Selbstzweifel?
Wenn Sie über den Begriff des Impostor-Syndroms (oder auf deutsch: Hochstapler-Syndroms) schon gestolpert sind, haben vielleicht auch Sie sich schon gefragt, ob Sie betroffen sein könnten. Und direkt danach gedacht: „Naja, wahrscheinlich stell ich mich einfach nur an und bilde mir etwas ein, was ich gar nicht bin.“
Der folgende kurze Selbsttest soll Ihnen dabei helfen, besser einzuschätzen, ob Sie noch „völlig normal zweifeln“ oder doch schon mehr dahinter steckt. Die folgenden neun Aussagen fragen drei typische Muster ab, die über normale, situative Selbstzweifel hinausgehen:
1) Sie machen Ihre Erfolge kleiner, als sie sind.
Was Ihnen gelingt, erklären Sie eher mit Glück, günstigen Umständen oder der Tatsache, dass es „ja gar nicht so schwierig“ war. Ihren eigenen Anteil daran erkennen Sie nur schwer an.
2) Ihr Selbstbild passt nicht zu dem Bild, das andere von Ihnen haben.
Andere halten Sie für kompetent, erfolgreich oder souverän, Sie selbst sehen das nicht unbedingt so. Vielleicht können Sie die Anerkennung sogar nachvollziehen, aber innerlich fühlt sie sich trotzdem nicht ganz stimmig an.
3) Ihre Erfolge können Ihre Zweifel nicht dauerhaft widerlegen.
Eigentlich müssten die Erfahrungen längst für Sie sprechen: Sie haben etwas geschafft, Verantwortung übernommen, Herausforderungen gemeistert. Und trotzdem taucht beim nächsten Mal wieder die Frage auf: „Kann ich das wirklich?“
Genau in diesen drei Punkten unterscheidet sich das Impostor-Denken von normalen Selbstzweifeln. Sie zeigen, wie hartnäckig sich die Zweifel halten – trotz der ganzen positiven Rückmeldungen von Außen.
Lassen Sie uns nun also herausfinden, wo Ihre Selbstzweifel einzuordnen sind.
Kurztest zur Einschätzung Ihrer Selbstzweifel
Lesen Sie jede der folgenden 9 Aussagen durch und geben Sie sich für jede Aussage, die auf Sie zutrifft, einen Punkt.
- Wenn mir etwas gut gelingt, habe ich oft das Gefühl, dass es nicht wirklich an mir lag
- Ich tue mich schwer damit, meine Erfolge als verdient anzusehen
- Positive Rückmeldungen höre ich zwar, sie überzeugen mich aber nicht wirklich.
. - Ich habe die Sorge, dass andere irgendwann merken könnten, dass ich weniger kann, als sie denken.
- Nach außen wirke ich oft sicherer, als ich mich innerlich fühle.
- Andere trauen mir viel mehr zu als ich mir selbst.
. - Im Vergleich zu anderen fühle ich mich oft weniger kompetent.
- Ich habe häufig das Gefühl, eigentlich „noch nicht gut genug“ zu sein.
- Selbst wenn ich etwas schon oft geschafft habe, bleibt ein Rest Unsicherheit.
Was Ihre Punktzahl Ihnen zeigt
Zählen Sie zunächst Ihre Punkte zusammen. Je höher Ihre Punktzahl, desto stärker sind bei Ihnen typische Denkmuster ausgeprägt, die mit dem Impostor-Syndrom in Verbindung stehen.
Dabei ist nicht nur die Gesamtsumme interessant. Schauen Sie auch darauf, bei welchen Aussagen Sie besonders hohe Werte vergeben haben. Denn die neun Aussagen sind bewusst in drei Bereiche gegliedert. Sie zeigen unterschiedliche Facetten des Impostor-Erlebens und können Ihnen gleichzeitig einen ersten Hinweis geben, wo ein wichtiger Ansatzpunkt für Veränderung liegen könnte.
Aussagen 1–3: Wie Sie mit Ihren Erfolgen umgehen
Wenn Sie hier besonders hohe Werte haben, fällt es Ihnen möglicherweise schwer, Ihre eigenen Leistungen wirklich als Ihre Leistung anzuerkennen. Erfolge werden eher relativiert, erklärt oder kleingeredet. Ein möglicher Ansatzpunkt wäre dann, den eigenen Anteil an dem, was gelingt, bewusster wahrzunehmen und anzuerkennen.
Aussagen 4–6: Wie Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinandergehen
Hohe Werte in diesem Bereich können darauf hindeuten, dass Sie sich selbst deutlich weniger kompetent, souverän oder sicher erleben, als andere Sie wahrnehmen. Ein wichtiger Schritt kann hier sein, die eigene Einschätzung stärker mit den Rückmeldungen und Beobachtungen aus der Realität abzugleichen.
Aussagen 7–9: Wie hartnäckig die Zweifel sind
Wenn Sie hier besonders hohe Werte haben, sprechen selbst gemachte Erfahrungen offenbar nur schwer gegen Ihre Selbstzweifel. Auch wenn Sie etwas bereits mehrfach geschafft haben, fühlt es sich beim nächsten Mal wieder unsicher an. Hier kann es darum gehen, zu verstehen, warum neue Erfahrungen Ihr Selbstbild bislang so wenig verändern – und wie sich dieser Kreislauf durchbrechen lässt.
Die drei Bereiche hängen miteinander zusammen. Wer Erfolge regelmäßig entwertet, bekommt von ihnen kaum neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Wenn dann zusätzlich das eigene Selbstbild nicht mit der Wahrnehmung anderer übereinstimmt, können sich die Zweifel besonders hartnäckig halten.
Der Test kann Ihnen deshalb nicht nur eine erste Einschätzung geben, wie stark Ihre Selbstzweifel ausgeprägt sind, sondern auch einen Hinweis darauf, wo Sie genauer hinschauen könnten.
Und was machen Sie jetzt mit diesem Ergebnis?
Vielleicht haben Sie beim Test etwas über sich erfahren, das Ihnen vorher gar nicht so bewusst war.
Vielleicht haben Sie aber auch gedacht:
„Eigentlich weiß ich ja, dass ich etwas kann. Warum kann ich meiner eigenen Erfahrung trotzdem so wenig glauben?“
Das ist eine wichtige Frage.
Denn beim Impostor-Syndrom geht es häufig nicht darum, dass Ihnen die Beweise für Ihre Kompetenz fehlen. Sie sind längst da. Sie haben Herausforderungen gemeistert, Verantwortung übernommen, Dinge gelernt und Erfolge erzielt.
Die Schwierigkeit liegt eher darin, diesen Erfahrungen auch wirklich zu glauben.
Der Selbsttest kann Ihnen dafür einen ersten Hinweis geben. Er ersetzt jedoch keine fundierte Einschätzung und sagt auch nicht allein aus, ob Sie tatsächlich unter dem Impostor-Syndrom leiden oder ob Sie Unterstützung benötigen.
Sie möchten genauer hinschauen?
Wenn Sie wissen möchten, wie stark das Impostor-Erleben bei Ihnen tatsächlich ausgeprägt ist und wo Sie persönlich ansetzen können, gibt es zwei Möglichkeiten:
1) Sie möchten erst einmal ganz unverbindlich herausfinden, ob ein Coaching für Sie überhaupt das Richtige sein könnte?
-> Dann vereinbaren Sie gern ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir. Sie müssen dabei noch keine Entscheidung treffen. Wir schauen gemeinsam, was Sie beschäftigt, wo Sie gerade stehen und ob und wie ich Sie sinnvoll unterstützen kann.
2) Sie wünschen sich zunächst eine ausführliche Einschätzung?
-> In meiner Impostor-Analyse schauen wir genauer hin. Neben einer validierten Einschätzung des Impostor-Erlebens wird dabei auch betrachtet, wie sehr Sie das Muster in Ihrem Alltag tatsächlich beeinträchtigt und ob Handlungsbedarf besteht. Daraus lässt sich besser ableiten, ob Selbsthilfestrategien für Sie zunächst ausreichen oder ob ein Coaching sinnvoll sein könnte.
Das Wichtigste ist aber bereits geschafft: Sie haben angefangen, genauer hinzuschauen.
Sie haben Ihre Zweifel nicht einfach als persönliche Schwäche abgetan, sondern sich gefragt, was dahintersteckt und welchen Einfluss sie auf Ihr Leben haben.
Das ist ein wichtiger erster Schritt. Und wenn Sie die nächsten Schritte nicht allein gehen möchten, begleite ich Sie gern dabei – in Ihrem Tempo und mit Blick darauf, was Sie tatsächlich brauchen.