Das können Sie gegen Selbstzweifel tun

Vielleicht wissen Sie längst, dass Sie mehr können, als Sie sich selbst zutrauen. Trotzdem gelingt es Ihnen trotz aller Bemühungen nicht, aus Ihren Erfolgen dauerhaft Selbstvertrauen zu entwickeln.
Das liegt häufig daran, dass Sie mit eigenen Fehlern deutlich strenger sind als mit den Fehlern anderer, und das, was Sie meistern, so gar nicht als Erfolg anerkennen.

So können Sie natürlich kein Selbstvertrauen aufbauen

Die gute Nachricht ist aber: Mit den richtigen Übungen wird es auch Ihnen gelingen, umzudenken und Ihr Selbstbild zu verändern.
Die folgenden Übungen kosten nicht viel Zeit und haben sich in meinen Coachings als sehr wirksam herausgestellt.  Je regelmäßiger Sie sie anwenden, desto rascher werden Sie Veränderungen bemerken.

Lernen Sie, auf Ihre Erfolge stolz zu sein

Wenn Sie sich mit dem Thema „Selbstzweifel“ oder „Impostor-Syndrom“ schon länger beschäftigen,  haben Sie bestimmt schon einmal den Rat gelesen, ein Erfolgstagebuch zu führen. Sie sollen aufschreiben, was Ihnen gelungen ist, um sich Ihre Fähigkeiten bewusster zu machen.

Dieser Rat ist tatsächlich sehr wirksam. Allerdings führen viele Menschen das Erfolgstagebuch komplett falsch.
Es kommt nämlich darauf an, wie Sie Ihre Erfolge sammeln. Wenn Sie lediglich eine Liste mit erledigten Aufgaben führen, bleibt oft genau das auf der Strecke, was Ihr Selbstbild verändern könnte: die Emotionen.

Achten Sie daher beim Führen des Erfolgstagebuchs darauf, Ihre Gefühle wahrzunehmen und aufzuschreiben:

  • Wo waren Sie von sich selbst positiv überrascht?
  • Was hat Ihnen richtig Spaß gemacht?
  • Worauf waren Sie tatsächlich ein bisschen stolz?
  • Wann haben Sie gemerkt, dass Sie etwas besser können, als Sie gedacht hatten?

Versuchen Sie, diese Momente möglichst lebendig zu beschreiben. Es sind die Gefühle, die zählen. Schreiben Sie sie mit auf und zwar am besten so, wie es Ihnen spontan durch den Kopf gegangen ist.
Ein „Hey, das war ja voll cool“ oder „Wow, dass das so einfach sein würde, hätte ich nicht gedacht“ ist sehr viel wirksamer als ein „Besprechung heute lief gut“

Erlauben Sie sich, beim Schreiben noch einmal Freude, Stolz oder Überraschung zu empfinden.

Wenn Sie später einmal Ihre Aufzeichnungen durchlesen, erinnern sich nicht nur daran, dass etwas gut gelaufen ist, sondern auch die Gefühle von Stolz oder Begeisterung sind plötzlich wieder präsent.
Und genau das wollen Sie mit dem Tagebuch erreichen.

Lassen Sie sich nicht schon beim Schreiben ausbremsen

Jeden Tag die eigenen Erfolge aufzuschreiben ist aber gar nicht so leicht, wie es jetzt vielleicht scheint. Viele meiner Kunden berichten, dass sie sich unwohl und angeberisch fühlen, etwas aufzuschreiben, von dem sie ja gar nicht so überzeugt sind. Oft kommen dann Gedanken wie diese:

  • „Das war doch nichts Besonderes.“
  • „Das hätte jeder geschafft.“
  • „So gut war das nun auch wieder nicht.“

Diese Gedanken sorgen oft dafür, dass Erfolge gar nicht erst im Tagebuch landen. Noch bevor sie etwas aufgeschrieben haben, haben sie es schon wieder relativiert.

Versuchen Sie deshalb, diesen Einwänden beim Schreiben nicht sofort nachzugeben. Wenn Sie sich über etwas gefreut haben, dürfen Sie diese Freude festhalten. Wenn Sie stolz auf sich waren, darf das genauso in Ihrem Tagebuch stehen.

Sie müssen nicht erst beweisen, dass Ihre Leistung außergewöhnlich oder einmalig war, bevor sie als Erfolg gelten darf.

Betrachten Sie Ihr Erfolgstagebuch als eine Beweissammlung gegen die Behauptungen Ihres inneren Impostors. Je konkreter und lebendiger Sie Ihre Erlebnisse beschreiben, desto leichter können Sie später darauf zurückgreifen, wenn Ihre Selbstzweifel Ihnen erzählen wollen, dass Sie eigentlich nichts können.

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Übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Erfolge

Die meisten Menschen mit Impostor-Syndrom geben sich sofort persönlich die Schuld, wenn etwas schiefgeht. Wenn ihnen dagegen etwas gut gelingt, finden sie häufig schnell eine Erklärung, die wenig mit den eigenen Fähigkeiten zu tun hat.

  • Ich hatte Glück
  • Die Aufgabe war jetzt nicht so schwierig, das hätte jeder schaffen können
  • Ohne Unterstützung hätte ich das nicht geschafft

Natürlich spielen äußere Umstände eine Rolle. Doch sie sind nicht die alleinige Erklärung für den Erfolg.

Fragen Sie sich deshalb bei einem Erfolg: Was habe ich selbst dazu beigetragen?
Vielleicht haben Sie sich gut vorbereitet, eine kluge Entscheidung getroffen, Ihre Erfahrung genutzt oder sich bei Schwierigkeiten die richtige Unterstützung geholt.

Auch das sind Leistungen, die Sie anerkennen dürfen.

Manchmal übersehen wir unseren eigenen Anteil, weil uns bestimmte Fähigkeiten längst selbstverständlich erscheinen. Was uns leichtfällt, halten wir für wenig bemerkenswert. Und was wir einmal gelernt haben, rechnen wir uns kaum noch als Kompetenz an.

Ein Kunde von mir hat das einmal treffend formuliert: „Erfolg ist immer das, was ich noch nicht kann.“

Wenn nur das als Erfolg zählt, was wir noch nicht beherrschen, können wir uns natürlich kaum über unsere Fähigkeiten freuen. Alles, was wir gelernt haben und inzwischen gut können, fällt aus der Bewertung heraus.

Fragen Sie sich deshalb auch: Was kann ich heute, das ich früher erst lernen musste? Welche Herausforderungen bewältige ich inzwischen, die mich einmal verunsichert haben?

Den eigenen Anteil an Erfolgen anzuerkennen, ist kein übertriebenes Eigenlob. Es hilft Ihnen, Ihre Fähigkeiten realistischer einzuschätzen und sich nicht länger um die Anerkennung Ihrer eigenen Leistung zu bringen.

Gehen Sie fair mit sich um

Mit uns sind wir in der Regel viel strenger als mit anderen.
Eine Kollegin übernimmt zum ersten Mal eine neue Aufgabe. Sie ist unsicher, muss sich einarbeiten und macht Fehler. Trotzdem würden Sie ihr deshalb vermutlich nicht gleich die Kompetenz absprechen.

Bei sich selbst sind Sie möglicherweise weniger großzügig. Sie erwarten, dass Sie etwas auf Anhieb beherrschen, keine Schwächen zeigen und auf jede Frage eine Antwort wissen. Wenn Ihnen etwas nicht gelingt, nehmen Sie das schnell als Beweis dafür, dass Sie nicht gut genug sind.

Anderen gestehen Sie zu, lernen zu dürfen. Sich selbst offenbar nicht.

Wenn Sie das nächste Mal Ihre eigene Leistung abwerten oder sich über einen Fehler ärgern, stellen Sie sich deshalb eine einfache Frage:
„Wie würde ich die Situation beurteilen, wenn sie nicht mich, sondern meine Lieblingskollegin betreffen würde?“

Würden Sie ihr wirklich die Kompetenz absprechen, weil sie bei einer neuen Aufgabe noch unsicher ist? Würden Sie ihre gute Arbeit infrage stellen, nur weil nicht alles perfekt gelaufen ist?

Oder würden Sie anerkennen, was ihr gelungen ist, und ihr zugestehen, dass sie noch etwas lernen darf?

Versuchen Sie, diesen Maßstab auch bei sich selbst anzulegen.

Das bedeutet nicht, dass Sie Fehler ignorieren oder auf berechtigte Kritik verzichten sollen, sondern, dass Sie Ihre Leistungen mit derselben Fairness betrachten, die Sie anderen entgegenbringen.

Solange Sie an sich selbst strengere Maßstäbe anlegen als an andere, wird es schwer, ein realistisches Selbstbild zu entwickeln.

Dass andere Sie positiver einschätzen als Sie sich selbst, liegt also keineswegs daran, dass Sie ihnen etwas vormachen. Sie sind schlicht und einfach zu streng mit sich.

Lernen Sie, positives Feedback anzunehmen

Feedback kann Ihnen helfen, Ihre eigene Einschätzung zu überprüfen. Gerade wenn Sie sich selbst häufig unterschätzen, lohnt es sich, die Perspektive anderer Menschen ernst zu nehmen.

Sie bekommen ein Lob und denken sofort: „Das sagt er nur, weil sie nett ist.“ Oder Sie erklären sich, dass Ihr Gegenüber Ihre Fehler schließlich gar nicht kennt.

So entwerten Sie die Rückmeldung, bevor Sie überhaupt darüber nachgedacht haben.

Versuchen Sie deshalb, positives Feedback zunächst stehen zu lassen. Sie müssen nicht sofort zustimmen oder sich genauso gut fühlen, wie es die Rückmeldung vermuten lässt. Bedanken Sie sich einfach, ohne Ihr Gegenüber gleich vom Gegenteil überzeugen zu wollen.

Fragen Sie bei Bedarf nach konkreten Beispielen: Was genau ist gut gelungen? Was hat die Person besonders überzeugt?

Und wenn Sie feststellen, dass andere Ihre Leistung regelmäßig positiver bewerten als Sie selbst, nutzen Sie diese Diskrepanz als Anlass, Ihre eigene Einschätzung zu hinterfragen.

Vielleicht sehen andere tatsächlich etwas, das Ihnen selbst entgeht.

Sie müssen das Urteil anderer nicht ungeprüft übernehmen. Aber Sie sollten es auch nicht automatisch verwerfen, nur weil es nicht zu Ihrem bisherigen Selbstbild passt.

Nur durch Üben werden wir besser

Sie müssen nicht alle vier Strategien gleichzeitig umsetzen. Suchen Sie sich zunächst eine aus und probieren Sie sie regelmäßig aus.

Vielleicht beginnen Sie mit Ihrem Erfolgstagebuch und halten jeden Abend einen Moment fest, auf den Sie stolz waren oder der Sie positiv überrascht hat. Vielleicht achten Sie in den nächsten Tagen darauf, wann Sie sich selbst strengere Maßstäbe auferlegen als anderen. Oder Sie nehmen sich vor, beim nächsten Kompliment nicht sofort abzuwiegeln.

Geben Sie sich Zeit, diese neuen Denk- und Verhaltensweisen einzuüben. Erwarten Sie nicht, dass Sie sich nach jeder Übung sofort selbstbewusster fühlen. Sie dürfen Ihre Fähigkeiten zunehmend realistischer einschätzen lernen, auch wenn sich die neue Sichtweise zunächst noch ungewohnt anfühlt.

Und was, wenn es trotzdem nicht klappt?

Ich hoffe, dass Sie nun motiviert sind, etwas gegen Ihr Impostor-Syndrom aktiv zu tun.

Dennoch kann es manchmal sein, dass die oben genannten Strategien doch nicht ausreichen. Falls das bei Ihnen der Fall ist, so kann es daran liegen, dass Ihre Grundüberzeugungen zu stark sind.

>> Wie Sie diese verändern können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Sie sind besser, als Ihr Impostor Ihnen weismachen will!

Höchste Zeit, das zu erkennen. Mein kompaktes Workbook zeigt Ihnen die ersten wichtigen Schritte zu mehr Selbstvertrauen.