Selbstvertrauen lässt sich lernen

Vermutlich haben auch Sie schon einiges ausprobiert, bevor Sie auf meine Website gestoßen sind: diverse Ratgeber gelesen, sich in Dankbarkeit geübt, Ihre Erfolge aufgeschrieben oder Übungen gemacht, die Ihnen helfen sollten, selbstbewusster zu werden.

Und doch ist dieses penetrante Gefühl, nicht gut genug zu sein, immer noch da.

Kein Wunder, dass Sie nicht so schnell wieder hoffen und wieder enttäuscht werden wollen. Dass Sie nicht wieder jede Menge, Zeit, Energie und auch Geld investieren wollen, um dann ernüchtert festzustellen, dass sich nicht viel geändert hat.

Falls Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkennen, möchte ich Ihnen Mut machen. Sie müssen sich nicht damit abfinden, dass Ihre Selbstzweifel Sie dauerhaft einschränken. Auch Sie können lernen, Selbstvertrauen aufzubauen.

Ich will Ihnen aber nicht suggerieren, dass Sie nur eine bestimmte Methode durchführen müssen und alle Zweifel wie durch Zauberhand verschwinden. Vielmehr geht es mir darum, dass Sie einen anderen Umgang mit sich und den Selbstzweifeln erlernen.

Sie müssen nicht erst auf die Erleuchtung warten

Jede Menge Menschen lesen jede Menge Ratgeber-Bücher. Aus dem einen Grund, weil sie hoffen dass es irgendwann – bei irgendeinem Satz – endlich Klick macht: Plötzlich sehen sie sich selbst mit anderen Augen, erkennen ihren Wert und alle Ängste fallen von ihnen ab.

Es wäre schön, wenn es so einfach wäre. Doch die Veränderung unseres Selbstbildes funktioniert in der Regel anders.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten Klavierspielen lernen. Sie können sich mit Noten, Akkorden und den Grundlagen der Musik beschäftigen. Sie können verstehen, wie ein Stück aufgebaut ist und welche Tasten Sie drücken müssen. Aber dieses Wissen allein reicht nicht aus, um das Stück flüssig zu spielen. Dafür brauchen Sie Fingerfertigkeit. Sie müssen Bewegungsabläufe wiederholen, bis sie Ihnen zunehmend vertraut werden.

Mit den Selbstzweifeln ist es ganz ähnlich wie mit dem Klavierspielen. Vom Verstand her haben Sie das Problem längst schon erfasst: Ihnen ist klar, warum Sie sich selbst unterschätzen und dass Sie besser sind als es sich anfühlt. Doch dieses Wissen führt nicht automatisch dazu, dass Sie in einer herausfordernden Situation plötzlich ganz selbstverständlich an sich glauben und angstfrei handeln.

Wie beim Klavierspielen, hilft es nicht viel, wenn Sie nur die Theorie kennen. Vielmehr müssen Sie neue Denk- und Verhaltensweisen tatsächlich einüben. Zum Beispiel, sich in einem Meeting zu Wort zu melden, obwohl Sie befürchten, etwas Falsches zu sagen. Eine Aufgabe anzunehmen, obwohl Sie sich noch nicht hundertprozentig bereit fühlen. Oder ein Kompliment anzunehmen, ohne es sofort herunterzuspielen.

Also zweifeln Sie nicht an sich, weil Sie „es immer noch nicht begriffen“ haben und warten Sie nicht weiter auf die ultimative Erleuchtung, sondern fangen Sie an, Ihr Verhalten zu verändern, auch wenn es sich innerlich noch komplett falsch anfühlt.

Sie müssen kein Naturtalent sein

Wenn wir andere Menschen beobachten, die selbstsicher auftreten, wirkt es manchmal so, als wäre ihnen das einfach in die Wiege gelegt worden. Sie scheinen sich ihrer Fähigkeiten sicher zu sein, stehen zu ihren Entscheidungen und lassen sich von kritischen Stimmen nicht so schnell verunsichern.

Im Vergleich dazu (und im Vergleichen sind Menschen mit Impostor-Syndrom besonders gut) kann es sich anfühlen, als wäre man fehlerhaft. Als hätte man dieses bestimmte Gen nicht mitbekommen, das andere ganz selbstverständlich besitzen. Vielleicht haben Sie auch schon gedacht: „Ich war schon immer so. Ich werde eben nie zu den Menschen gehören, die wirklich an sich glauben.“

Doch Selbstvertrauen ist keine angeborene Eigenschaft, die manche Menschen besitzen und andere nicht. Sondern man kann es erlernen.

Natürlich fällt es manchen Menschen leichter, sich etwas zuzutrauen. Sie haben mehr Übung darin, mit Unsicherheit umzugehen, oder bringen frühkindliche Erfahrungen mit, die ihnen dabei helfen. Und ja, es kann sein, dass Sie für bestimmte Veränderungen länger brauchen als jemand anderes.

Aber das bedeutet nicht, dass Sie ein hoffnungsloser Fall sind.

Beim Klavierspielen lernen auch nicht alle Menschen gleich schnell. Manche kommen rasch voran, andere brauchen mehr Wiederholungen. Daraus folgt nicht, dass diejenigen, die langsamer lernen, niemals ein Stück spielen können.
Auch wenn Sie nicht so begabt bin, können Sie trotzdem ein gutes bis sehr gutes Niveau hinbekommen, wenn Sie dranbleiben und fleißig üben.

Lassen Sie sich daher nicht entmutigen, wenn andere schneller begreifen und umsetzen als Sie. Sie dürfen (und müssen) Ihren eigenen Weg gehen und herausfinden, was Ihnen hilft. In Ihrem Tempo.

Sie müssen Ihre Selbstzweifel nicht loswerden, um sich selbst mehr zu vertrauen

Auch wenn Sie Ihr Impostor-Syndrom im Griff haben, werden die Selbstzweifel nicht komplett weg sein. Auch ich höre manchmal noch diese leise Impostor-Stimme, die sagt: „Das ist zu groß für dich“ oder „Wir werden uns blamieren“.

Der Unterschied ist, dass ich dieser Stimme nicht mehr automatisch glaube. Ich muss sie nicht zum Schweigen bringen, um trotzdem meinen Weg zu gehen. Ich kann wahrnehmen, dass sie da ist, ohne mich von ihr lenken zu lassen.

Selbstzweifel zu überwinden bedeutet nicht, nie wieder an sich zu zweifeln. Es bedeutet, selbst zu entscheiden, wie viel Einfluss diese Zweifel auf das eigene Handeln haben.

Sie können also unsicher sein und sich trotzdem trauen. Sie können sich vor einer Herausforderung fürchten und sich ihr trotzdem stellen. Und Sie können eine kritische innere Stimme hören, ohne dass diese allzu viel Macht über Sie bekommt.

Manchmal braucht es einen Vertrauensvorschuss

Wenn wir lernen wollen, uns selbst mehr zu vertrauen, stehen wir vor einem kleinen Dilemma: Wir möchten erst sicher sein, dass wir etwas schaffen, bevor wir uns darauf einlassen. Doch genau diese Sicherheit lässt sich nicht immer vorher herstellen.

Vertrauen braucht deshalb oft einen Vertrauensvorschuss. Wir lassen die Kontrolle ein Stück weit los, sichern nicht alles doppelt und dreifach ab und wagen einen Schritt, obwohl noch Zweifel da sind. Wir geben uns selbst die Chance, gute Erfahrungen zu machen, statt darauf zu warten, dass wir uns endlich vollkommen sicher fühlen.

Das heißt nicht, dass Sie unüberlegt handeln oder alle Vorsicht über Bord werfen sollen. Es geht darum, nicht jede Unsicherheit als Warnsignal zu behandeln und nicht für alles erst einen hundertprozentigen Beweis zu verlangen, dass Sie es schaffen werden.

Vielleicht besteht der nächste Schritt darin, eine Aufgabe anzunehmen, obwohl Sie noch nicht jede Einzelheit durchgeplant haben. Vielleicht darin, Ihre Meinung zu äußern, ohne jeden Satz vorher im Kopf zu überprüfen. Oder darin, eine Entscheidung zu treffen, ohne sich anschließend immer wieder zu fragen, ob sie wirklich richtig war.

Sie müssen nicht erst selbstbewusst sein, um anzufangen. Sie müssen auch nicht den einen entscheidenden Aha-Moment erleben oder alle Zweifel ausgeräumt haben. Sie dürfen heute schon damit beginnen, sich selbst ein wenig mehr zuzutrauen.

Sie sind besser, als Ihr Impostor Ihnen weismachen will!

Höchste Zeit, das zu erkennen. Mein kompaktes Workbook zeigt Ihnen die ersten wichtigen Schritte zu mehr Selbstvertrauen.